Vom Reden zum Handeln – Komplizenschaft in Kunst im öffentlichen Raum
Formen gemeinschaftlichen Handelns werden ständig neu erprobt. Gesa Ziemer schlägt zur Beschreibung des zündenden Moments – wenn man gemeinsam vom Reden ins Handelns kommt – den Begriff der "Komplizenschaft" vor. Komplizenschaft bedeutet, gemeinsam Ideen zu entwickeln und umzusetzen – temporär, affektiv, individuell und zielgerichtet.
Künstlerinnen und Künstler, die Kunst im öffentlichen Raum entwickeln, wie es das Programm Stadtkuratorin Leipzig vorsieht, verlassen die geschlossenen Räume traditioneller Kunstinstitutionen wie Museen oder Theater. Sie agieren im öffentlichen Raum und interagieren dabei oft mit anderen Personen, weshalb sie ein starkes Interesse daran haben, dass Teilhabe möglichst gleichberechtigt gelingt. Es geht im Kern oft darum, Demokratie und Gemeinsinn zu stärken oder neu zu arrangieren. Solche Künstlerinnen und Künstler experimentieren mit ko-kreativen Methoden und versuchen in der Praxis konkrete Formate der gleichberechtigten Teilhabe umzusetzen. In zwei von mir in Ko-Leitung durchgeführten Graduiertenkollegs mit den Titeln Versammlung und Teilhabe und Performing Citizenship haben eine Reihe von Promovierenden über kulturelle Teilhabe geforscht und transdisziplinäre Settings themenspezifisch mit Expertinnen und Experten des Alltags, wie mit alten Menschen, Kindern, Aktivistinnen und Aktivisten oder Migrantinnen und Migranten im Sinne der transformativen Forschung praktisch umgesetzt. Das urbane Reallabor war dabei die präferierte Methode, mithilfe derer man durch Ko-Design mit Institutionen und heterogenen Akteurinnen und Akteure nachhaltige Transformationen in der Gesellschaft erwirkt hat. Forschung griff dabei nicht nur beobachtend und reflektierend, sondern durch Interventionen konkret in die Gesellschaft ein, „um über soziale Dynamiken und Prozesse zu lernen“.1 Unter dem Schlagwort Participatory Art Based Research haben wir unsere Erfahrungen zusammengefasst, mit denen partizipative Kunst und Forschung gelingen können: „Participatory Art Based Research happens where (...) three different trajectories – humanities go experimental, artistic processes go public and social experimentation challenges hierarchies of knowledge production – cross and get entangled." [Übers. d. Red.: Partizipative kunstbasierte Forschung findet dort statt, wo (...) sich drei verschiedene Wege kreuzen und verflechten: Geisteswissenschaften werden experimentell, künstlerische Prozesse werden öffentlich und soziale Experimente stellen Hierarchien der Wissensproduktion in Frage.]2 Diese drei Aspekte, Experiment, Öffentlichkeit und Hierarchieabbau, waren die zentralen Elemente, die fundiert reflektiert werden sollten, bevor man partizipative Kunst – auch im öffentlichen Raum – durchführt.
Grundsätzlich ist zu beobachten, dass die Anzahl partizipativer Projekte, die gemeinwohlorientiert sind, vor allem im städtischen Raum zugenommen haben. Bürgerinnen und Bürger fordern „nicht mehr nur politische Teilhabe in Form von Informations- oder gutgemeinten Dialogveranstaltungen“, sie wollen viel mehr ihr städtisches Umfeld konkret mitgestalten.3 Gerade auch Akteurinnen und Akteure aus dem Kulturbereich sind zu „New Stakeholders of Urban Change“4 geworden, die beispielsweise durch urbane Gärten, Nachbarschaftsinitiativen und -netzwerke, Projekte mit Geflüchteten oder Upcycling Treffpunkte, Stadt konkret mitgestalten.
Wer ein partizipatives Projekt initiiert, macht jedoch anfangs meist die Erfahrung des Scheiterns. Es ist sehr herausfordernd, funktionierende Formate der Teilhabe zu kuratieren, in denen gleichberechtigt – also auf Augenhöhe – die Teilnehmenden mit kreativer Energie zusammenarbeiten. In Gruppen stellen sich trotz großem Idealismus schnell und ungewollt Hierarchien und Machtgefälle ein, die vielfältig beispielsweise durch Alter, Bildung, Geschlecht, räumliche Settings, Finanzen oder Ethnie begründet sein können. Ich habe sehr viele Projekte beobachtet, beforscht und auch selber durchgeführt, in denen der Anspruch auf Teilhabe zwar klar formuliert, aber nur mäßig umgesetzt war. Auch in den Kulturwissenschaften und der politischen Theorie „stehen bestimmte Spielarten der Partizipation heute im Verdacht, Teilhabe lediglich zu simulieren, neoliberalen Konzepten von Gouvernementalität und Selbststeuerung Vorschub zu leisten, Herrschaftsinstrumente zu sein und Teilhabegerechtigkeit an die Stelle von Verteilungsgerechtigkeit zu setzen.“5 Inzwischen gibt es aber auch eine Reihe von Studien, die gelungene Projekte der Teilhabe analysieren und Best Practice Beispiele herausstellen. Die Kulturwissenschaftlerin Hilke Berger beschreibt in ihrer Publikation Handlung statt Verhandlung grundlegende Voraussetzungen, die zum Gelingen von Teilhabe beitragen. Sie hebt folgende Bedingungen hervor: die Einbindung von lokalem Wissen, ein Bewusstsein über die eigenen Rollen, die Anerkennung von Differenz als Produktivkraft, die Akzeptanz unterschiedlicher Zeithorizonte oder Freiräume für Gegenpositionen und eine Haltung, die keinen Konsens erzwingen will.6 In Teilhabe-Projekten haben wir es in der Regel mit sehr heterogenen Akteuren zu tun, weshalb man viel Erfahrung und hohes Moderationsgeschick braucht, um diese Bedingungen zu erfüllen. Da sich in Kollektiven irgendwann immer Hierarchien durch unterschiedliche Machtverhältnisse einstellen, ist die Begegnung auf Augenhöhe zwar möglich, jedoch meist nicht von Dauer. Wenn es allen Beteiligten jedoch gelingt, die eigene Rolle zu reflektieren und in verschiedenen Prozessstufen die Rollen auch zu wechseln, kann ein Arbeitsprozess auf Augenhöhe zumindest temporär gelingen.
Definition von Komplizenschaft
Im Kontext des Programmes Stadtkuratorin Leipzig im Auftrag des Kulturamts der Stadt Leipzig, das in den drei Stadtteilen Grünau-Nord, Paunsdorf und Lößnig im Austausch mit lokalen Initiativen, Kulturschaffenden und vor Ort lebenden Personen Modellprojekte für Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau entwickelt, möchte ich das spezifische Modell sozialer Interaktionsform, die Komplizenschaft, vorstellen. Komplizenschaft setzt radikal auf Selbstorganisation und findet nur in Kleingruppen statt. Aus diesem Grund ist die Komplizenschaft ein ambivalentes Konzept, denn sie nimmt nicht alle mit, sondern nur diejenigen, die wirklich aktiv und selbstverantwortlich mitmachen. Die Bedingungen dafür sind, dass die Akteure hochgradig intrinsisch motiviert sind und eine Notwendigkeit in sich tragen, Grenzen zu überschreiten und Neues gestalten zu wollen. Komplizinnen und Komplizen zielen auf Transformation, sie wollen als Gruppe neue Ideen in neue Taten umsetzen.
Wie definiert sich Komplizenschaft?7 Eine prägnante Definition liefert die Verbrechenslehre des Strafrechts, dessen schweizerische und deutsche Varianten hier die Grundlage liefern. Komplizenschaft heißt Mittäterschaft, die Vorsatz voraussetzt: „Mittäterschaft lässt sich kennzeichnen als gemeinschaftliche Verübung einer Straftat in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken.“8 Es handelt sich bei der kriminellen Komplizenschaft um ein Gruppendelikt, dessen bewusste und gewollte kollektive Interaktionsform zu einer Straftat führt. Unabhängig von den illegalen Zielen solcher Komplizenschaften, ist interessant, dass hier nicht primär die Verantwortung lediglich einer Person im Zentrum stehen, sondern die Analyse des Mit der Mittäterschaft. Wie wird dieses Mit praktiziert? Wie ist es strukturiert? Warum ist dieses Mit, das meist unter widrigen Umständen funktionieren muss, so wirksam? Bei Delikten von Komplizenschaft stellen sich Fragen der Gruppenstruktur und des Miteinander-Agierens, denn ihre Kraft liegt genau in der Tatsache, dass hier eine Gruppe Kräfte und Energien entwickeln kann, wie es einer Einzelperson nicht möglich wäre. Komplizenschaft ist keine hierarchiefreie Formation, sie bringt aber trotzdem nicht nur einen Verantwortlichen hervor. Im Gegenteil: Es wird davon ausgegangen, dass alle am Delikt aktiv beteiligt waren und die Verantwortung und damit auch die Strafe entsprechend geteilt werden.
Mittäterschaft lässt sich in drei Phasen unterteilen: Komplizinnen und Komplizen fassen gemeinsam einen Entschluss, planen miteinander eine Tat und führen diese zusammen aus. Klassische Komplizinnen und Komplizen durchlaufen diese drei Phasen als Gruppe gemeinsam. Entscheidend an diesem Dreischritt ist, dass er die gesamte Entwicklung einer Tat, von der Idee über die Planung bis zur konkreten Umsetzung in die Praxis beschreibt. Während die Entschlussfassung noch stark im visionären Bereich angesiedelt ist, werden während der Planungsphase mögliche reale Gegebenheiten abgewogen und Entscheidungen getroffen. Die Ausführung schließlich setzt die Planung in die Tat um und ist durch und durch praktisch, weshalb Komplizenschaft immer im Vollzug passiert: Ohne Vollzug, also ohne Täterschaft, keine echte Komplizenschaft. Komplizinnen und Komplizen sind entsprechend nicht nur Mitdenkerinnen und Mitdenker, sie sind immer auch Mittäterinnen und Mittäter, die – und das ist das Besondere an dieser Kollektivierungsform – während ihrer Tat immer eine Grenze überschreiten. Sie gehen einen nicht vorgegebenen, bekannten Weg, sondern kreieren neue Strukturen, die es ermöglichen können, Neues zu erschaffen.
Komplizenschaft als kreative, produktive Arbeitsform
Komplizenschaft ist in der deutschen Sprache negativ konnotiert. Wir benennen mit Komplizenschaften kollektive Straftaten, die undurchsichtig, häufig brutal, unkontrollierbar und für Außenstehende anonym ablaufen. Gleichzeitig assoziieren wird mit dem Begriff auch eine kraftvolle, leidenschaftliche, affektbesetzte und emanzipatorische Form kollektiver Interaktion. Komplizenschaft macht Befreiung möglich, sie hilft, durch Bündnisse mit den Richtigen, Zwänge zu überwinden und Innovationen zu erzeugen.9 Diese Doppeldeutigkeit zwischen destruktiv und produktiv macht den Begriff so attraktiv und schillernd. Und diese legt ein Gedankenexperiment nahe: Kann Komplizenschaft jenseits destruktiver Zielsetzung auch als eine Form besonders produktiver und kreativer Form der Zusammenarbeit beispielsweise im Bereich der Kunst verstanden werden? Als eine solche, die dann einsetzt, wenn Gruppen etwas Ungewöhnliches, Neues oder Anderes initiieren und umsetzen wollen? Wenn es darum geht, starre Strukturen zu überwinden und durch unkonventionelle noch unbekannte Formen der Zusammenarbeit etwas zu verändern. Wenn also der kreative Bruch von Praktiken und Normen und die Entstehung neuer Szenen einsetzt. Solche Momente von Vergemeinschaftung lassen sich meist nicht durch die bekannten Formen der Zusammenarbeit wie beispielsweise Teamwork, Allianzbildung oder Netzwerken10 erklären. Sie basieren auf ganz besonderen sozialen Praktiken, da Grenzen überschritten werden müssen und sich deshalb eine besonders enge Bindung in der Gruppe entwickelt, die auf starkem Vertrauen basiert und auch darauf, dass bewusst bestimmte Inhalte nicht nach außen getragen werden. Dass Grenzüberschreitungen in solchen Fällen notwendig und produktiv sind, zeigen künstlerische Produktion, Gründungen von Unternehmen, Entwicklungen neuer Produkte oder Entstehungen sozialer Initiativen.
Der Dreischritt wird als eine Abfolge von Idee–Möglichkeit–Realisierung gefasst und diese Abfolge finden wir nicht nur in destruktiven, sondern ebenso in legalen und kreativen Projektarbeiten wieder. Der Staatsrechtler Daniel Jositsch pointiert im Forschungsfilm Komplizenschaften (2007) diesen Sachverhalt wie folgt: „Wenn wir zwei abmachen, eine Bank zu überfallen und das planen, und wir nehmen beide eine Waffe mit, und ich schieße, dann sind Sie auch dafür mitverantwortlich, obwohl Sie selbst nicht geschossen haben. Das ist das Spezielle, denn die Mittäterschaft betrachtet alle als Gruppe und wenn etwas passiert, sind alle für das Gleiche verantwortlich“ (Jositsch, 2007). Dieses Zitat zeigt nochmals deutlich, wie Komplizenschaft produktiv gedacht werden kann: Komplizinnen und Komplizen sind alle gleichermaßen verantwortlich für ihre Taten. Diese Verstrickung lässt sich auch etymologisch wiederfinden im Sinne von com plectere als »miteinander verflechten« oder »ineinanderfügen«. Wer Teil einer komplizitären Verflechtung ist, übernimmt Verantwortung für das Gesamtprodukt. Er oder sie hat tiefes Vertrauen in die anderen, weil er oder sie weiss, dass die Handlungen der anderen genauso schwer wiegen wie die eigenen und diese somit seine oder ihre Position extrem stärken oder schwächen können. Mehr noch: „Eine Person wird zum Komplizen, wenn sie das Handeln einer anderen Person ermöglicht, indem sie es nicht verhindert, obwohl sie um die Fragwürdigkeit dieser Handlung weiß.“11 Komplizinnen und Komplizen legen ihr Schicksal in die Hände anderer. Radikaler ausgedrückt ist der andere/die andere genauso für mich verantwortlich wie ich für mich selbst und umgekehrt bin ich für andere ebenso verantwortlich wie für mich selbst. Diese Überantwortung an die anderen, die den Kern von Komplizenschaft ausmacht, ist etwas sehr Existenzielles und geschieht nicht immer freiwillig. Sie kann zwar durchaus freiwillig geschehen, sie kann aber ebenso durch eine Notsituation bedingt sein, in der die individuelle Position so geschwächt ist, dass man nur im Kollektiv eine Überlebenschance hat.
Zusammenfassend seien die vier Kernpunkte der Begriffsbestimmung, die eine Übertragung auf legale Projektarbeit möglich machen, nochmals genannt: Erstens, handelt es sich bei Komplizenschaft immer um eine Umsetzung von der Theorie in die Praxis wie der Dreischritt Entschlussfassung, Planung und Ausführung beschreibt. So ein Vorgehen findet sich in erfolgreicher kollektiver Projektarbeit ebenso wieder. Zweitens, haben wir es mit einem Modell intensiver Einbettung des Individuums in kollektive Strukturen zu tun, das ebenso in umgekehrter Weise gilt: Nicht nur die Individuen konstituieren das Kollektiv, auch das Kollektiv konstituiert das Individuelle. Drittens, ist Komplizenschaft kein hierarchiefreies Aktionsmodell. Sie ist selbstorganisiert und dabei trotzdem hochgradig strukturiert. Im Moment der Aktivität sind die Hierarchien klar definiert, sie wechseln jedoch von Phase zu Phase. Die individuelle Kompetenz kann in einer Phase wichtig sein und in einer zweiten nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Viertens, wird in Geschichten über Komplizenschaft oft ein besonderes Verhältnis zwischen Entschlussfassung und Ausführung der Tat und damit zwischen Theorie und Praxis angedeutet. Die Handlungstheorien des Strafrechtes betonen die Gerichtetheit der Handlung. Die Realität zeigt jedoch, dass die Tat trotz Wille und Bewusstsein oft vom Plan abweicht – dies im kreativen Bereich und im Verbrechen gleichermaßen. Eine gute Komplizenschaft zeichnet aus, dass die Entschlossenheit bleibt, dass aber während der Tat Handlungen auch schnell adaptiert werden können.
Komplizenschaft für Kunst im öffentlichen Raum
Sieht man also von illegalen Zielen einer kriminellen Vergemeinschaftung ab, dann zeigt sich, dass all diese Punkte auch für kreative Arbeitskontexte und vor allem für Kunst im öffentlichen Raum gelten. Komplizenschaft tritt vor allem dann ein, wenn etwas in die Tat umgesetzt werden soll, wenn Theorie also zur Praxis wird. Und dies geschieht im öffentlichen Raum vor allem dadurch, dass mit dem Umfeld agiert wird, indem Menschen, Gegenstände oder Natur miteinbezogen werden und dies in oft überraschender, nicht ganz planbarer Weise. Kunst im öffentlichen Raum kann wie kaum eine andere Kunst das Umfeld einbinden und muss sich deshalb besondere Gedanken um ihre Methoden und auch Wirkung machen. Am Ende jeder Komplizenschaft steht die Aufführung, also die Durchführung des Projektes. Komplizenschaft bleibt nie nur Konzept, sie endet immer mit der Tat. Und interessanterweise endet eine echte Komplizenschaft auch nach dem Vollzug. Sie ist nicht wiederholbar wie ein gutes Abendessen mit Unbekannten oder eine Party. Arbeitet die Gruppe weiterhin erfolgreich zusammen, dann setzt meist Teamwork ein, man gründet also eine Kunstkollektiv oder eine Firma. Geht die Gruppe auseinander, geht man neue Komplizenschaften oder andere Gruppenkonstellationen ein.
Für die konzeptionelle Weiterentwicklung von Kunst im öffentlichen Raum in Leipzig lohnt es sich, Komplizenschaften mit ganz unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren einzugehen, um auf neue Arten Themen zu lancieren und Vermittlungsformate zu finden wie beispielsweise für das Thema vergessene Erinnerungskulturen: Mit der Stadtverwaltung, der Zivilgesellschaft, mit vorhandenen Organisationen, Schulen, NGOs oder anderen Kunstinstitutionen. Die große Stärke von Kunst im öffentlichen Raum ist ihr dynamisches Herstellen neuer gesellschaftlicher Konstellationen und Versammlungen. Daran wirken viele mit, die, wenn sie sich temporär mutig zusammenschließen, gemeinsam Verantwortung tragen und über sich hinauswachsen können.
Fußnoten
Schneidewind, Uwe (2014). Urbane Reallabore – ein Blick in die aktuelle Forschungslandschaft, S.3. Veröffentlicht online (25.6.2018).
Peters, Sibylle; Gunsilius, Maike; Matthias, Sebastian; Evert, Kerstin; Wildner, Kathrin (2020). What is PABR and what is the online ressource about? Veröffentlicht online.
Ziemer, Gesa (2016). Stadt gemeinsam entwickeln. Neue Formen der Zusammenarbeit am Beispiel der Hamburger PlanBude. In Baier, Andrea; Hansing, Top; Müller, Christa und Werner, Karin (Hrsg.). Die Welt reparieren. Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praktik (312-318). Bielefeld: transcript, S.312.
Berger, Hilke und Gesa Ziemer (Hrsg) (2017). New Stakeholders of Urban Change. A Question of Culture and Attitude? Berlin: Jovis.
Burri, Regula Valérie, Kerstin Evert, Sibylle Peters, Esther Pilkington und Gesa Ziemer (Hrsg.) (2014). Versammlung und Teilhabe. Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste. Bielefeld: transcript, S. 9.
Berger, Hilke (2018). Handlung statt Verhandlung. Kunst als gemeinsame Stadtgestaltung. Berlin: Jovis, S. 193f.
Diese Passage des Textes mit der Definition des Begriffes Komplizenschaft wurde bereits teilweise veröffentlicht in: Performing Urban Citizenship. Komplizenschaft als Form urbaner Kollektivbildung. In: Das soziale Band. Geschichte und Gegenwart eines sozialtheoretischen Grundbegriffes. Thomas Bedorf, Steffen Herrmann (Hrsg.). Frankfurt, New York 2016. S. 377–391.
Donatsch, Andreas und Jörg Rehberg (2001). Strafrecht I. Verbrechenslehre. Zürich: Schulthess.
Beispielhaft und pointiert wird dieses im Film „Bonnie and Clyde“ von Arthur Penn (1967) dargestellt.
Siehe die genaue Definition dieser ähnlichen, aber doch anderen Arbeitsformen in: Ziemer. Komplizenschaften. S. 105ff.
Ziemer, Gesa (2010). Komplizenschaft. Eine kollektive Kunst- und Alltagspraxis. In Mazza, Lisa und Moritz, Julia (Hrsg.). Kritische Komplizenschaft (81-88). Wien: Schlebrügge, S. 25.
Dieser Text ist in leicht veränderter Form bereits publiziert als: Ziemer, G. (2019). Vom Reden zum Handeln: Komplizenschaft als Format der Teilhabe. in Nationaler Kulturdialog (Hrsg.), Kulturelle Teilhabe: Ein Handbuch (S. 305–312).
Prof. Dr. Gesa Ziemer ist Direktorin des City Science Labs an der HafenCity Universität Hamburg und akademische Leiterin des Technologie- und Innovationslabors UNITAC für die Vereinten Nationen. Ihre Forschungschwerpunkte sind: Zukünfte von Städten, neue Formen von Zusammenarbeit im urbanen Kontext und öffentliche Räume.