Common Grounds
Öffentliche Räume als Gemeinwohl in Zeiten multipler Krisen

Die Mobilie Solarküche Fiumicina kommt im Sommer nach Paunsdorf.
Ein künstlerisches Stadtlabor von Stadtkuratorin Leipzig und UmRäumen e.V.
Beteiligte: Kadir Amigo Memiş (DE) mit Senja K. Brütting (DE) und Ehab Assadi (SY/DE), Jeanne van Heeswijk und Afrikaanderwijk Kooperative (NL), Kateřina Šedá (CZ), Fiumicina (IT/DE)
Kuratorisches Team: Clara Hofmann, Julia Kurz, Johanna Ralser, Sithara Weeratunga
In einer Zeit, in der sich gesellschaftliche, ökologische und politische Krisen überlagern und verstärken, stellt sich die grundlegende Frage nach Räumen der Begegnung besonders dringlich. Das künstlerische Stadtlabor „Common Grounds – Öffentliche Räume als Gemeinwohl in Zeiten multipler Krisen“ lädt international tätige Personen mit Expertise aus Kunst, Architektur, Soziokultur und Choreografie ein, in der städtischen Öffentlichkeit zu arbeiten.
In künstlerischen Projekten widmen sich alle Prozesse der Untersuchung und experimentellen Neugestaltung öffentlicher Räume als Orte des Zusammenkommens, des Austauschs und der gegenseitigen Wertschätzung. „Common Grounds“ setzt da an, wo Menschen aufgehört haben miteinander zu reden, und verweist mit seinem Titel bewusst auf einen Ausgangspunkt für Neubeginn und Transformation. Kulturschaffende unterschiedlicher Disziplinen werden mit Bewohnenden und Multiplikator:innen vor Ort vernetzt. Im gemeinsamen Schaffen werden öffentliche Räume (wieder) angeeignet und selbstwirksam aktiviert.
Für „Common Grounds” arbeiten wir an drei Projektstandorten in den Stadtteilen Grünau-Nord, Paunsdorf und Lößnig. Alle drei Stadtteile sind geprägt von sozialen Herausforderungen und haben eine vergleichsweise schwache Infrastruktur.
In Grünau-Nord erarbeiten Jugendliche in Workshop-Serien im Projekt "Sketching our Future" ein kollektives Wandbild für die Fassade eines Plattenbaus. In Paunsdorf wird mit der mobilen Solarküche "Fiumicina" ein gemeinsamer Raum für Austausch, Lernen und Erzählen rund um soziale und ökologische Fragen der Nachhaltigkeit entstehen. In Lößnig initiiert eine Gruppe aus der Nachbarschaft gemeinsam mit der Künstlerin Kateřina Šedá Architekturen zur Gemeinschaftsbildung und zur Überwindung sozialer Isolation.
Allen Beteiligten ist gemein, dass sie in einer Zeit, die von Unsicherheit, Polarisierung und rapiden Veränderungen geprägt ist, nach tragfähigen Formen des Zusammenwirkens und -lebens suchen. Gemeinsam mit lokalen Initiativen fragen wir uns: Wie wollen wir uns aktuell in der multiplen Krise im Lokalen begegnen? Wo können wir uns zukünftig versammeln, um gemeinsam zu gestalten, zu sorgen und zu teilen?

