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Plurales Erinnern
23.09. – 30.09.2027
Richard-Wagner-Hain Ostseite Jahnallee 59 04109 Leipzig

Kunst zum Richard-Wagner-Hain

Plurales Erinnern
Beteiligung
Plurales Erinnern
Gruppe von Menschen steht vor einer mit Graffiti bedeckten Mauer, zwei Fahrräder im Vordergrund
Nahaufnahme einer mit Graffiti in Gelb, Schwarz und Grau bemalten Mauer mit sichtbaren Fugen und weiteren Kritzeleien
Luftaufnahme eines rechteckigen Schwimmbeckens mit umliegenden Wegen, Bäumen und einem angrenzenden Waldgebiet
Verwildertes Gelände mit Laub, Büschen, einem Gerüst und einer mit Graffiti besprühten Betonwand

© Alexandra Ivanciu

Leere Nische am Richard-Wagner-Hain

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Nahaufnahme einer mit Graffiti in Gelb, Schwarz und Grau bemalten Mauer mit sichtbaren Fugen und weiteren Kritzeleien
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© Alexandra Ivanciu

Leere Nische am Richard-Wagner-Hain

Am aktuell durch die Stadt Leipzig sanierten Richard-Wagner-Hain entsteht auf Initiative des Amtes für Stadtgrün und Gewässer und des Kulturamtes eine Plattform für zeitgenössische Kunst. Historische Mauernischen und Aufsteller sollen künftig mit ortsspezifischen Kunstprojekten in wechselnden Präsentationen bespielt werden.

Der Richard-Wagner-Hain ist durch komplexe historische Schichtungen geprägt. In der Weimarer Republik nutzte die Bevölkerung den Ort als Freibad. 1932 wurde unter dem Leipziger Bürgermeister Carl Goerdeler ein Wettbewerb für ein Richard-Wagner-Denkmal ausgelobt. Die Nationalsozialisten griffen diese Pläne auf, monumentalisierten sie und vereinnahmten den Hain ideologisch. Adolf Hitler legte 1934 den Grundstein für das „Richard-Wagner-Nationaldenkmal“. Für die den Platz umfassenden Mauern waren Nischen für Reliefs des Bildhauers Emil Hipp mit Motiven aus Richard Wagners Opern vorgesehen, die jedoch kriegsbedingt nie vollständig ausgeführt und auch nicht nach Leipzig transportiert wurden. Mit dem Neubau der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) ab den 1950er Jahren verkleinerte sich die ursprünglich geplante Fläche deutlich. Heute ist der Hain ein lebendiger öffentlicher Ort, der von Anwohnenden und Besuchenden vielfältig genutzt wird.

Mit der Fertigstellung der Sanierung der Stützmauern und Treppen auf der Ostseite des Richard-Wagner-Hains wird ab Herbst 2026 mit zwei Bildträgern auf die vorgesehene Pilot-Ausstellung im Frühjahr 2027 nach Fertigstellung der Wege- und Platzflächen sowie der Bepflanzung hingewiesen werden. Die Ausstellung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Programm Stadtkuratorin Leipzig. Für die kommenden Jahre ist die Einbindung weiterer kultureller Einrichtungen und Institutionen geplant.

Für die Pilot-Ausstellung werden Maya Schweizer (Medienkunst/Fotografie), Frederike Moormann (Performance/Audiowalk) und das Kollektiv Kubik eingeladen, dem Ort und seinen Facetten künstlerisch zu begegnen. Ihre Projekte werden sich mit den historischen Schichten des Ortes auseinandersetzen sowie Perspektiven auf Erinnerung und heutige Nutzung schaffen.

Die Künstlerin und Filmemacherin Maya Schweizer entwickelt eine kontextspezifische Arbeit für die historischen Mauern des Hains. Ihre künstlerische Praxis beschäftigt sich mit Fragen von Geschichte und Identität sowie den in urbanen Räumen eingeschriebenen Erzählungen. 

Frederike Moormann untersucht künstlerisch Richard Wagners musikalisches Werk sowie dessen eigene politische Schriften und Auftritte, die stark mit NS-Ideologien resonierten und zur problematischen Rezeption Wagners durch die Nationalsozialisten beitrugen. Mit einem Chorkonzert und Audiowalk macht sie die historischen Schichten des Ortes von der Weimarer Republik über die NS- und DDR-Zeit bis in die Gegenwart erfahrbar.

Das Kollektiv Kubik entwickelt interaktive „Reaktionsflächen“, die auch die Stimmen der heutigen Nutzenden des Hains einbinden. Zum Auftakt im September 2026 wird es – neben den beiden Bildträgern – auch die Performance-Reihe Chor Kontra Monument geben. Alle künstlerischen Positionen sollen im Frühjahr 2027 erlebbar sein.

Den Auftakt für die erste Projektphase bildet die am 10. und 12. September 2026 stattfindende Performance-Reihe Chor Kontra Monument.

Plurales Erinnern
Beteiligung
Plurales Erinnern

Ein Projekt von Stadtkuratorin Leipzig, dem Programm für Kunst im öffentlichen Raum im Auftrag des Kulturamtes der Stadt Leipzig und dem Amt für Stadtgrün und Gewässer, mit Unterstützung des beauftragten Büros Freiraumkonzepte Landschaftsarchitekten. Frederike Moormann erhält für ihr Projekt eine zusätzliche Förderung durch den Musikfonds e. V.

Kopie Von Kopie Von Stadt Leipzig Logo 1 C Positiv RgbKopie Von Stk Wortmarke a LilaMusikfonds Web Color+rand
Verknüpfte Medien
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Podcast Reihe

UmRäumen – Urbane Kunst für Leipzig

Ein Podcast zu Kunst in öffentlichen Räumen in Leipzig

Verknüpfte Texte aus der Bibliothek
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Künstlerisches Arbeiten im öffentlichen Raum

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16 Plastikpark Klein
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Kunst im öffentlichen Raum in Leipzig

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2 Tonnen Kalkstein Panel(c)anna Sophie Knobloch 13
Diskurs

„Heritage is the answer! But what was the question?“ – Museen, Denkmalpflege und das Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft

Dieser Text basiert auf einem Vortrag ,den Gülşah Stapel im Juni 2025 vor dem Gefallenendenkmal am Neustädter Markt im Rahmen einer gemeinsam mit dem Kunstraum Ideal, Stadtkuratorin Leipzig und der Hl. Kreuz Kirchgemeinde organisierten Reihe von Nachbarschaftsforen, hielt.
Was bedeutet es, kulturelles Erbe in einer Gesellschaft zu denken, die von Vielfalt geprägt ist? Warum ist es wichtig, die Aushandlungsprozesse rund um kulturelles Erbe nicht nur als kulturpolitisches, sondern auch als soziales Thema zu begreifen? 

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Erinnerung horizontal: Der Fall der Colston-Statue in Bristol

Stadtkuratorin Leipzig begleitet immer wieder Prozesse um Denkmale im öffentlichen Raum, die Debatten über einen angemessenen Umgang mit historischen Objekten und die Frage nach einer zeitgemäßen Erinnerungskultur aufwerfen. Ein beispielhafter Blick nach Bristol kann zeigen, welches transformatives Potenzial kuratorische Projekte in gesellschaftlich aufgeladenen Denkmaldebatten entfalten können.

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